Tief hinein ins unbekannte Spanien

Diese Tour ist etwas für alle, die Spanien einmal abseits der bekannten Küstenregionen erleben möchten.

Auf rund 194 Kilometern entdecken wir ein überraschend einsames Hinterland mit weiten Landschaften, kleinen Landstraßen, Flusstälern, Bergen und landwirtschaftlich geprägten Regionen. Dazu kommen beeindruckende Stauseen, kurvenreiche Motorradstrecken und ein ganz besonderes Highlight: Reisfelder mitten in einer ansonsten trockenen Landschaft.

Ein Teil der Tour führt zunächst über schnellere Straßen. Danach verändert sich der Charakter jedoch deutlich – und genau dann beginnt für uns der besondere Reiz dieser Tour.

Vom schnellen Kilometerfressen ins ruhige Hinterland

Nach dem Start geht es zunächst zügig aus der Umgebung von Murcia hinaus. Einige Kilometer können wir dabei entspannt Strecke machen, bevor wir die schnelleren Straßen wieder verlassen.

Plötzlich wird es ruhig.

Die Landschaft öffnet sich, einzelne Gehöfte und Felder liegen weit verstreut, und am Horizont zeichnen sich die Berge ab. Der Eindruck entsteht, dass hier deutlich weniger Menschen leben als in den bekannten touristischen Regionen Spaniens.

Genau diese Einsamkeit macht den besonderen Charakter der Las-Minas-Tour aus.

Eine überraschende Kunstpause

Mitten in dieser ländlichen Umgebung wartet eine ungewöhnliche Überraschung am Straßenrand.

Ein Künstler verwandelt ausgediente und alte Gegenstände in Skulpturen und andere Kunstwerke. Je nach Öffnungszeit lohnt sich hier ein kurzer Zwischenstopp.

Danach wird die Landschaft noch ursprünglicher.

Die Straße schlängelt sich durch das Hinterland, über kleine Anhöhen und durch offene Täler. Zwischen den trockenen Bergen sorgen der Fluss und landwirtschaftlich genutzte Flächen immer wieder für überraschend grüne Farbtupfer.

Andere Fahrzeuge begegnen uns nur selten.

Hier geht es nicht darum, möglichst schnell von einem Punkt zum nächsten zu kommen. Die Strecke selbst ist das Erlebnis.

Wasser mitten in der trockenen Landschaft

Unterwegs lohnt sich ein kleiner Abstecher zu einem interessanten Bereich rund um einen Stausee.

Ein Tunnel, Wasserläufe und die umliegende Landschaft zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung die Wasserwirtschaft für diese trockene Region hat.

Gerade der Kontrast zwischen karger Landschaft und den grünen, bewässerten Flächen macht diesen Zwischenstopp besonders interessant.

Die überraschenden Reisfelder

Dann verändert sich die Landschaft erneut.

Immer häufiger tauchen Reisfelder auf – und genau das hätten wir in dieser trockenen Umgebung vielleicht nicht erwartet.

Das Wasser der umliegenden Flüsse wird über Kanäle und Bewässerungsgräben auf die landwirtschaftlichen Flächen geleitet. So entsteht ein faszinierender Kontrast: Auf der einen Seite erleben wir trockene, fast halbwüstenartige Landschaften, auf der anderen Seite leuchtend grüne Felder.

Der Reisanbau findet hier zudem auf einer für Reis ungewöhnlichen Höhenlage statt. Die Region gehört zur traditionellen Reisanbauregion rund um Calasparra und ist unter anderem für ihren sogenannten Bergreis bekannt.

Für uns ist dieser Abschnitt eines der besonderen Erlebnisse der gesamten Tour.

Las Minas – ruhig, ursprünglich und weit weg vom Tourismus

In der kleinen Siedlung besteht die Möglichkeit für eine kurze Pause. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass eine örtliche Bar tatsächlich geöffnet ist.

Danach wird es wieder richtig ruhig.

Die Straße führt weiter durch eine eigenwillige Berglandschaft mit kleinen Tälern und sanften Anhöhen. Nur wenige Häuser und kaum Verkehr begleiten uns.

Wir haben hier tatsächlich das Gefühl, weit weg vom touristischen Spanien unterwegs zu sein.

Keine großen Ferienanlagen, keine dicht befahrenen Straßen – stattdessen Kurven, Landschaft und sehr viel Ruhe.

Für Motorradfahrer, die gerne abseits der bekannten Wege unterwegs sind, ist dieser Abschnitt ein echtes Highlight.

Ein beeindruckender Stausee

Ein weiterer Höhepunkt der Tour ist der große Embalse del Cenajo.

Der gewaltige Stausee liegt eingebettet zwischen Bergen und prägt die Landschaft auf beeindruckende Weise. Schon die Anfahrt bietet schöne Motorradstrecken, doch besonders eindrucksvoll ist der Bereich rund um die Staumauer.

Wir bekommen hier einen ganz anderen Eindruck von den Dimensionen der Anlage. Wasser, Felsen und das gewaltige Bauwerk bilden eine beeindruckende Kulisse.

Je nach Zeit und Lust lohnt sich der Abstecher unbedingt – nicht nur für Motorradfahrer, sondern auch für alle, die gerne besondere Landschaften fotografieren.

Noch einmal Kurven und Einsamkeit

Nach dem Stausee wartet erneut ein schöner Abschnitt durch das Hinterland.

Eine schmale, kurvenreiche Straße führt durch eine Landschaft, in der uns weiterhin nur wenige Fahrzeuge begegnen. Die Strecke macht mit dem Motorrad richtig Spaß, verlangt aber etwas Aufmerksamkeit.

In dieser Region sind auch größere Fahrzeuge unterwegs. Deshalb genießen wir die Kurven lieber mit angemessenem Tempo und behalten unübersichtliche Stellen gut im Blick.

Mit zunehmender Nähe zu den größeren landwirtschaftlich genutzten Flächen verändert sich die Landschaft erneut. Immer mehr Felder tauchen auf – darunter zahlreiche Anbauflächen für Gemüse.

Ein ungewöhnlicher Aussichtspunkt

Auf dem weiteren Weg wartet noch ein besonderer kleiner Zwischenstopp.

An einem Aussichtspunkt entdecken wir eine interessante geologische Besonderheit: markante, säulenartige Basaltformationen, die an die berühmten Felsen des Giant’s Causeway erinnern.

Die kleine Nachbildung bildet einen ungewöhnlichen Kontrast zur trockenen Landschaft und ist ideal für eine kurze Pause.

Motorrad abstellen, ein paar Minuten die Beine vertreten, Fotos machen – und schon geht es weiter.

Mittagspause in der Reisregion

Natürlich darf auf einer solchen Tour auch eine gemütliche Mittagspause nicht fehlen.

Wir erreichen eine Gegend, die besonders für ihren Reis bekannt ist. Damit passt die Pause auch kulinarisch perfekt zum Thema unserer Tour.

Bei einem gemütlichen Essen können wir die bisherigen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen, bevor es anschließend wieder zurück auf die Straße geht.

Zwei Möglichkeiten für den Rückweg

Nach dem Mittagessen beginnt die Rückfahrt.

Wer den Tag etwas entspannter ausklingen lassen möchte, kann einen Teil des Rückwegs über die schnellere Strecke zurücklegen. Wer dagegen noch nicht genug von der Landschaft und dem Motorradfahren hat, kann die Rückfahrt auch stärker über Landstraßen gestalten.

Die zweite Variante bietet noch einmal zusätzliche Landschaft und Kurven und verlängert das Motorraderlebnis entsprechend.

Unser Fazit

Die Las-Minas-Tour ist eine Tour für Entdecker.

Sie führt uns in eine Region Spaniens, die viele Reisende vermutlich nicht auf dem ersten Blick mit spektakulären Motorraderlebnissen verbinden würden. Genau darin liegt ihr Reiz.

Reisfelder, trockene Berge, Flusstäler, einsame Landstraßen und gewaltige Stauseen wechseln sich ab und sorgen auf den 194 Kilometern für eine außergewöhnliche Mischung.

Wer Spanien einmal abseits der bekannten Wege erleben und dabei möglichst viel Ruhe, Landschaft und Motorradfahren miteinander verbinden möchte, wird diese Tour in besonderer Erinnerung behalten.

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