Wein, Berge und einsame Straßen

Bei dieser Tour verbinden wir drei Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt zusammengehören: Wein, kurvenreiche Bergstraßen und einsame Landschaften.

Auf rund 134 Kilometern entdecken wir verschiedene Weinbodegas mit ganz unterschiedlichen Charakteren, durchqueren die Weinregion rund um Pinoso und Jumilla und fahren anschließend hinein in die Berge der Sierra de la Pila.

Dabei wechseln sich gemütliche Weinpausen mit kleinen, kaum befahrenen Landstraßen, beeindruckenden Felsformationen und schönen Aussichtspunkten ab.

Und natürlich gilt: Wer Wein einkaufen möchte, sollte genügend Stauraum am Motorrad einplanen. Die Versuchung, die eine oder andere Flasche mitzunehmen, ist bei dieser Tour durchaus vorhanden.

Früh starten und den Tag genießen

Für diese Tour empfehlen wir einen frühen Start. Die Bodegas haben teilweise eine Mittagspause und wir möchten genügend Zeit haben, mehrere unterschiedliche Weinadressen kennenzulernen.

Schon kurz nach dem Start gewinnen wir an Höhe. Die Straße führt durch eine karge, abwechslungsreiche Landschaft mit bizarren Fels- und Bergformationen.

Immer wieder tauchen interessante Fotomotive auf – darunter auch kleine Überraschungen am Straßenrand.

Gerade diese Mischung aus trockener Landschaft, ungewöhnlichen Gesteinsformationen und wenig Verkehr macht bereits die ersten Kilometer zu einem schönen Einstieg in den Tourentag.

Durch die Weinregion

Nach den ersten Höhenmetern geht es weiter durch eine ländliche Gegend mit kleinen Ortschaften und ruhigen Straßen.

Die Landschaft wird zunehmend von Weinbergen geprägt. Gleichzeitig bleiben die Berge und trockenen Hänge allgegenwärtig.

Unterwegs wird die Straße teilweise schmaler und etwas unebener. Hier lassen wir es entspannt angehen und genießen lieber die Umgebung, anstatt unnötig Tempo zu machen.

Denn genau dafür sind solche kleinen spanischen Nebenstraßen gemacht: fahren, entdecken und die Landschaft auf sich wirken lassen.

Erste Bodega – Wein direkt vom Fass

Unsere erste Weinbodega ist eher einfach und bodenständig – und gerade das macht ihren Charme aus.

Hier erleben wir regionalen Wein nicht als schicke Boutique, sondern ganz unkompliziert und direkt. Verschiedene Hausweine können probiert und anschließend auch in größeren Gebinden mitgenommen werden.

Neben Rot-, Weiß- und Roséwein finden wir weitere regionale Produkte und auch besondere Spezialitäten.

Für uns ist das ein authentischer Einblick in die spanische Weinkultur: unkompliziert, persönlich und deutlich näher am regionalen Weinbau als an einer klassischen Touristenattraktion.

Wein einkaufen einmal anders

Die nächste Weinadresse präsentiert sich schon ganz anders.

Auf den ersten Blick erinnert sie eher an einen größeren Laden oder Supermarkt. Im Inneren erwartet uns jedoch ein eigener Bereich rund um den Wein mit einer deutlich größeren Auswahl.

Damit erleben wir bereits zwei völlig unterschiedliche Arten des regionalen Weinverkaufs – und genau diese Unterschiede machen die Tour so abwechslungsreich.

Zwei Bodegas, zwei Charaktere

Im weiteren Verlauf erreichen wir eine bekannte Weinregion, in der gleich zwei weitere Bodegas auf unserem Programm stehen.

Die erste ist größer und umfangreicher. Neben verschiedenen Hausweinen gibt es eine große Auswahl an Flaschenweinen und die Möglichkeit, Weine zu probieren. Auch besondere Spezialitäten wie Vermouth gehören zum Angebot.

Nur wenige Schritte entfernt wartet anschließend das komplette Gegenteil: eine kleine, ursprüngliche Bodega, bei der der Weinverkauf noch sehr direkt und unkompliziert abläuft.

Gerade dieser Kontrast gefällt uns besonders.

Innerhalb kürzester Zeit erleben wir zwei völlig unterschiedliche Seiten der regionalen Weinkultur.

Natürlich gilt für uns Motorradfahrer: Probieren ja – trinken während der Tour selbstverständlich nicht.

Ein ruhiger Abstecher in die Berge

Nach den Weinbodegas lassen wir die Weinregion langsam hinter uns und fahren wieder hinauf in die Berge.

Ein kleiner historischer Zwischenstopp bringt dabei etwas Ruhe in den Tag. Ein traditionsreiches Kloster liegt idyllisch in den Bergen und bietet eine schöne Gelegenheit, die Motorräder einmal abzustellen und die Umgebung zu erkunden.

Nach dem bisherigen Tourverlauf mit Wein, kleinen Ortschaften und ländlichen Straßen ist dieser Abschnitt eine willkommene Abwechslung.

Die Sierra de la Pila wartet

Anschließend wird es wieder richtig interessant für Motorradfahrer.

Wir verlassen die größeren Straßen und tauchen erneut in eine ruhige, kaum befahrene Landschaft ein. Die Straße wird schmaler und beginnt sich langsam den Berghängen hinaufzuarbeiten.

Mit zunehmender Höhe werden die Kurven enger, die Landschaft bergiger und die Umgebung immer ursprünglicher.

Jetzt ist wieder Kurvenspaß angesagt.

Aussicht über das Tal

Oben angekommen wartet ein schöner Aussichtspunkt.

Ein kurzer Fußweg führt zu einer Felskante, von der wir weit über das Tal und die umliegende Berglandschaft blicken können.

Nach den vielen kleinen Straßen und Kurven ist dies der perfekte Moment, die Motorräder stehen zu lassen und die Landschaft ganz in Ruhe zu genießen.

An schönen Wochenenden kann es hier etwas lebhafter werden, denn auch Einheimische und Urlauber schätzen diesen Platz für eine Pause oder ein Picknick.

Kurvenreich zurück ins Tal

Nach dem Aussichtsstopp geht es wieder bergab.

Die Straße führt teilweise am Hang entlang und bietet noch einmal zahlreiche Kurven. Der Abschnitt ist schmal, aber gut zu fahren – vorausgesetzt, wir lassen es vorausschauend angehen.

Gerade bei unübersichtlichen Kurven gilt: lieber etwas Tempo herausnehmen und die Strecke sauber genießen.

Unten im Tal verändert sich die Landschaft erneut. Eine idyllische Nebenstraße führt durch die offene Landschaft, vorbei an markanten Felsformationen und kleinen Ortschaften.

Langsam nähern wir uns wieder unserem Ausgangspunkt.

Unser Fazit

Die Weinbodega-Tour MF7 ist eine außergewöhnliche Kombination aus Genuss und Motorradfahren.

Wir erleben unterschiedliche Formen spanischer Weinkultur, entdecken eine abwechslungsreiche Weinlandschaft und wechseln anschließend in die ruhigen Bergregionen der Sierra de la Pila.

Weinbodegas, trockene Berglandschaften, einsame Straßen, Kurven und weite Ausblicke machen diese 134 Kilometer zu einer Tour, bei der nicht nur die gefahrene Strecke zählt, sondern vor allem die vielen kleinen Erlebnisse unterwegs.

Und wer am Ende mit etwas mehr Wein im Gepäck nach Hause fährt, hat die Tour vermutlich nicht ganz ohne Grund gemacht.

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